Was Sie noch wissen sollten

Die lange Geschichte hin zu Ihrem Recht auf eine psychotherapeutische Behandlung als Kassenleistung können Sie unterfolgendem Link nachlesen:
www.bdp-verband.org

Gelegentlich kann es vorkommen, dass Sie sich dazu entschlossen haben, mit einer Psychotherapie zu beginnen und dann - ausgerechnet dann passt es nicht: in der Regel ist die Nachfrage nach psychotherapeutischen Angeboten grösser als das verfügbare Angebot: Wartezeiten von - nicht selten - mehreren Monaten sind derzeit eher die Regel als die Ausnahme.

Lassen Sie sich in diesem Fall nicht Bange machen: im Gesetzeswerk finden Sie im V. Sozialgesetzbuch unter Paragraph 13 Abs. 5  Ihren Anspruch auf eine psychotherapeutische Versorgung beschrieben, ggf. vertreten durch eine-/n Kollegin-/en, die/der psychotherapeutische Leistungen als Kostenerstattung mit Ihrer Krankenversicherung abrechnen kann:  

http://www.sidiblume.de/info-rom/arb_re/sgb/s05_ges.htm

Und: eine weitere wichtige Information, wie Sie gegenüber Ihrer Krankenversicherung Ihren Anspruch auf eine zeitnahe Psychotherapie geltend machen, kommt von der Bundespsychotherapeutenkammer-news vom
09. Januar 2012:


Kostenerstattung häufig einziger Ausweg für psychisch kranke Menschen
umutbare Wartezeiten auch nach dem -Versorgungsstrukturgesetz

"Ein psychisch kranker Mensch, der in Deutschland eine ambulante Psychotherapie benötigt, wartet monatelang auf ein erstes Gespräch beim niedergelassenen Psychotherapeuten. Daran ändert auch das GKV-Versorgungsstrukturgesetz nichts, das am 1. Januar in Kraft getreten ist mit dem Ziel, eine „flächendeckende, bedarfsgerechte und wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung“ sicherzustellen. „Für die Versorgung der Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung sind auch 2012 zu wenige Psychotherapeuten zugelassen“, stellt Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), fest. „Aber für psychisch Kranke, die dringend eine Behandlung benötigen, gibt es einen Ausweg, um rechtzeitig eine Behandlung zu erhalten: Sie können sich an einen Psychotherapeuten wenden, der genauso qualifiziert ist wie die zur GKV-Versorgung Zugelassenen, und von ihrer Krankenkasse die Erstattung der Kosten verlangen.“

Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, sollten die Versicherten folgende Punkte beachten:

Grundsätzlich ist es Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung, rechtzeitig für die notwendige Behandlung eines Versicherten zu sorgen. Ist sie dazu nicht in der Lage und sind dem Versicherten für eine selbst beschaffte Leistung Kosten entstanden, muss die Krankenkasse die Ausgaben übernehmen (§ 13 Absatz 3 SGB V). Der Versicherte wählt dann statt der „Sachleistung“ die „Kostenerstattung“. Bei der Sachleistung legt der Versicherte nur seinen Krankenversicherungsausweis vor und die Krankenkasse übernimmt die Behandlungskosten. Bei der Kostenerstattung erhält der Versicherte vom Psychotherapeuten eine Rechnung und bekommt danach die Ausgaben von seiner Kasse erstattet. Das kann auch vereinfacht werden, indem nach der Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse die Abwicklung direkt zwischen Krankenkasse und Psychotherapeut erfolgt." (BPtK Newsletter 01/12, S.6)

Auch zu Leistungen, die Sie ausserhalb Ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse in Anspruch nehmen können, die m.a.W. nicht als Kassenleistung abgerechnet werden können, will ich Sie gern informieren.

Als IGEL (= individuelle Gesundheitsleistungen) werden Leistungen bezeichnet, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, von denen Sie gleichwohl profitieren können, da Sie über diese Leistungen oftmals etwas für sich tun können, noch bevor eine psychotherapeutische Behandlung erforderlich wird.

Hier noch ein Wort zu nicht wahrgenommenen sowie auch nicht rechtzeitig abgesagten Terminen: da ich eine Bestellpraxis führe und die erforderlichen Termine zu festen, einvernehmlich vereinbarten Terminen reserviere, kann ich kurzfristig freigewordene Einzeltermine nicht an andere vergeben.

Und: ich kann diese Stunden nicht der Krankenkasse in Rechnung stellen, da nur tatsächlich erbrachte Leistungen vergütet werden. s. a. unter    http://www.psychotherapiepraxis.at/pt-forum/viewtopic.php?f=21&t=4456

Reservierte Stunden, die nicht wahrgenommen werden, stelle ich Ihnen deshalb privat in Rechnung - unabhängig vom Grund der Verhinderung.    (Schadensersatz wegen so genanntem Annahmeverzug, der kein Verschulden voraussetzt[§§ 293,615 BGB].

Stunden, die Sie aus zwingenden Gründen rechtzeitig, das heißt mindestens zwei, besser noch drei Arbeitstage im Voraus absagen müssen, berechne ich nicht. Für die Gruppentherapie gilt dies indessen nicht: Sicher können Sie sich vorstellen, dass ich für die Termine, an denen Sie partout nicht in der Gruppe erscheinen können, nicht einfach jemanden fragen kann, ob er nicht mal Lust hätte für ein oder zwei Sitzungen Gruppentherapie...

Um Kontinuität in der Behandlung wahren zu können - eine wichtige Voraussetzung für die psychotherapeutische Behandlung - sowie auch, um ein für mich im Jahresdurchschnitt einigermaßen vorhersehbares Einkommen zu haben, muss ich die Anzahl der Stunden begrenzen, die ich als rechtzeitig abgesagte Stunden nicht berechne.

Diese Stunden fallen in das Urlaubs-Kontingent.

Im Krankheitsfall berechne ich maximal die Stunden, die in die erste Krankheitswoche fallen. Für Urlaub gilt folgende Regelung: ich bemühe mich, meinen Urlaub einige Monate im Voraus bekannt zu geben, damit Sie die Chance haben, Ihren Urlaub in dieselbe Zeit zu legen. sollte dies nicht möglich sein (im Sinne der Behandlung wäre es wünschenswert) bin ich bereit, gegen Honorarausfall für insgesamt vier Wochen im Jahr zu tragen, sofern Sie mir Ihren Urlaub rechtzeitig, das heißt wenigstens drei Wochen im Voraus ankündigen.

Für nicht wahrgenommene Stunden gilt das Honorar, das für wahrgenommene Sitzungen vereinbart ist beziehungsweise der Stundensatz, den die Krankenkasse bezahlt hätte. Im konkreten Fall sind dies 85 € für die einzeltherapeutischen Sitzungen beziehungsweise 45 € für die Gruppentherapie.

Und: eine Stunde gilt als nicht wahrgenommen, wenn Sie mit fünfzehnminütiger Verspätung in meiner Praxis erscheinen.


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